Krisenresilienz: Wer hat schon das Vorsorgemindset?

Schuster haben die schlechtesten Schuhe. Und Krisenmanager oft eine schlechte persönliche Krisenresilienz. Bei mir ist das jedenfalls so. Das wurde mir vor Weihnachten bewusst.

Als Berater für Krisenmanagement und Krisenkommunikation unterstütze ich Unternehmen dabei, wie sie Corporate Resilience aufbauen können. Das geschieht beispielsweise dadurch, dass sie ein Krisenmanagementsystem einführen oder ihre Unternehmenskommunikation von taktischer Krisenkommunikation auf strategische Kommunikationsresilienz umstellen.

Die persönliche Krisenresilienz dagegen fördert man schon, wenn man immer so viele Nahrungsmittel zu Hause hat, dass man sich 14 Tage ernähren kann, ohne einkaufen zu müssen. Extrem wichtig: Wasser! Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, zwei Liter pro Tag und Haushaltsbewohner zu bevorraten.

Schön zusammengestellt ist das, was man alles zu Hause haben sollte, in der BBK-Broschüre „Katastrophenalarm – Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“. Sie ist auf der Behördenhomepage herunterladbar.

Natürlich habe ich auch einen solchen Notvorrat. Ich habe nur solche Dinge bevorratet, die ich auch sonst esse. Ab und zu vergreife ich mich jedoch an meinen Vorräten und futtere etwas weg. Das ist eigentlich auch so vorgesehen. Vorgesehen ist aber auch, dass ich dann das Weggefutterte sofort nachkaufe. Das habe ich aber 2024 doch zu oft vergessen.

Vor Weihnachten habe ich dann festgestellt, dass ich mit meinen Vorräten fast am Ende bin. Ich musste sie wieder auffüllen, meine gesamte Notfallausrüstung wieder einmal auf den neuesten Stand bringen. Dafür war zwischen den Jahren eine gute Zeit.

Auch Rico Kerstan, der Gründer des Beratungsunternehmens, für das ich arbeite, hat die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr genutzt. Auch er hat seine Vorräte auf Vordermann gebracht und technisch aufgerüstet. Wir haben beide einen Vorsorgemindset.

Wir beide wissen aber: Noch zu vielen Menschen fehlt dieser Mindset. Noch zu viele in unserem Land haben weder ein Bewusstsein für mögliche Krisen noch betreiben sie überhaupt irgendwelche Notfallvorsorge.

Unter #vorsogemindset wollen wir jetzt ein bürgerschaftliches Projekt starten. Wir möchten unser Fachwissen als Krisenmanager nutzen, unsere Mitmenschen für mögliche Krisen zu sensibilisieren, und Tipps geben, wie sie und wie auch die Zivilgesellschaft sich krisenresilienter aufstellen können.

Oft sind es nämlich schon die kleinen Dinge, die unsere gesellschaftliche Widerstandskraft erhöhen, wenn wir sie alle befolgen. Das beginnt eben schon damit, dass jeder Haushalt Nahrungsmittel für zwei Wochen bevorratet.

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